[SCENIC L] Technische Frage

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ChPu
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[SCENIC L] Technische Frage

Postby ChPu » Sat Dec 29, 2007 12:55

Hallo@all,

ich arbeite mit OpenSUSE 10.3/KDE 3.5.7/Kernel 2.6.22.5-31-default i686. Seit einem Jahr versuche ich, den NTPD (NTP-Dämon-dient zur kontinuierlichen Synchronisierung der Systemzeit mit einem Atomzeitserver) anständig zum Laufen zu bringen. Zwischenzeitlich funktioniert das beim Booten auch ganz gut, dann hört der NTPD aber auf zu arbeiten was zur Folge hat, dass die Systemzeit einen immer größeren Offset zur Atomezeit bekommt und am Ende meine Systemzeit stark vorgeht. Soweit zum Grundproblem.

Nun habe ich von einem Mitglied der OpenSuse Mailingliste, wo ich mein Problem ausführlich diskutiere gehört, dass der Quarz auf dem Mainboard durchaus das Problem hervorrufen kann.


Zurück zur Software-Uhr und NTP. Der Quarz auf dem Mainboard, der den
Timer für die Software-Uhr antreibt, weicht immer mehr oder weniger von
seiner Sollfrequenz ab, d.h. die Systemzeit driftet mehr oder weniger
schnell weg. Die Frequenzabweichung ist zudem stark temperaturabhängig.
NTP holt sich in bestimmten Abständen die Zeit von einer
Referenzzeitquelle, bestimmt dabei den Zeitoffset und auch die
Frequenzabweichung, und versucht, beide so gut wie möglich zu kompensieren

[...}

Die ermittelte Frequenzabweichung speichert ntpd optional in dem
sogenannten Driftfile, damit er beim nächsten Start wieder eingelesen
werden kann und damit die Sychronisierung beschleunigt wird. Der
absolute Wert im Driftfile gibt keinen Aufschluß über die Genauigkeit
der Zeitnachführung, sondern zeigt lediglich, wie weit die tatsächliche
Taktfrequenz des Timers vom Sollwert abweicht. Hierbei handelt es sich
um ein Merkmal dieses individuellen Quarzes, d.h. er unterscheidet sich
von einem Board zum anderen, je nach Quarz.


Der kompletten Diskussionsfaden ist hier nachzulesen

http://lists.opensuse.org/opensuse-de/2007-12/msg00353.html

Meine Frage nun-insbesondere an alle Linux-Freaks mit FSC-Computern:

Wisst ihr, welcher Quarz im Scenic L 815e/Systembaugruppe D1219 verwendet wurde? Unterstützt der den NTPD von OpenSUSE? Oder geht NTP generell? (Also auch unter Windows?)

Wäre super, wenn da jemand was wüsste und mir das mitteilen würde. Many THX!

Euch allen einen guten Rutsch!

Gruß, Christian 8)

Juggernaut
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Postby Juggernaut » Tue Jan 08, 2008 15:19

Hallo ChPu,

der Quartz kann nicht "unterstützt" sein, er ist software-unabhängig. Die hier diskutierte Eigenschaft ist die Genauigkeit des Quartz (also ob die Uhrzeit zu lahm older zu schnell läuft), die diese Software misst (mit Atomzeit vergleicht) und entsprechend korrigiert.

Ich vermute stark, daß dieses problem nichts direkt mit dem Quartz zu tun hat.

ChPu
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Joined: Tue Aug 08, 2006 21:47

Re:

Postby ChPu » Sun Jan 13, 2008 19:09

Juggernaut wrote:der Quartz kann nicht "unterstützt" sein, er ist software-unabhängig. Die hier diskutierte Eigenschaft ist die Genauigkeit des Quartz (also ob die Uhrzeit zu lahm older zu schnell läuft), die diese Software misst (mit Atomzeit vergleicht) und entsprechend korrigiert.

Ich vermute stark, daß dieses problem nichts direkt mit dem Quartz zu tun hat.


Hallo Juggernaut,

vielen Dank für deine Antwort.

Ja, das mit dem Quarz war etwas unglücklich von mir ausgedrückt-sorry :roll:

Das hat mir auch mein Freund von der OpenSuse-Mailingliste inzwischen bestätigt.

Gemeint war diese Eigenschaft:

"Der Quarz" an sich wird nicht das Problem sein, sondern eher der
Chipsatz, dessen Taktfrequenz heruntergeschaltet wird, um Energie zu
sparen und dadurch die Akku-Laufzeit zu erhöhen.

Stell Dir vor, der Timer läuft normalerweise mit 1000 Takten pro
Sekunde, d.h. nach jeweils 1000 Takten muß die Software-Uhr des Kernels
1 Sekunde hinzuaddieren. Wenn jetzt die Timer-Taktrate auf 800 Takte/s
heruntergesetzt wird, um Energie zu sparen, muß der Kernel das
mitbekommen, damit er weiß, dass bereits nach 800 Takten eine neue
Sekunde beginnt.

Wenn der Linux-Kernel die Umschaltungen nicht korrekt mitbekommt, zählt
er die Sekunde weiterhin erst nach 1000 Takten weiter, d.h. die
Software-Uhr geht viel zu langsam.

Die Werte oben sind natürlich nur ein Beispiel, um das Problem zu
verdeutlichern.

Der Grund, warum der Kernel das nicht mitbekommt, kann entweder im
Kernel liegen, wenn der Chipsatz des Laptop nich vollständig bzw.
korrekt unterstützt wird. Andererseits kann auch eine fehlerhafte bzw.
unvollständige Implementierung des (ACPI-) BIOS des Rechners schuld sein.


Zwischenzeitlich habe ich auch den FSC-Support kontaktiert. Da OpenSuse von FSC nicht unterstützt wird, konnte mir nur die Funktionalität von NTP unter Windows bestätigt werden.

Aber wenn es unter Win angeblich einwandfrei läuft, müsste es für Linux doch kein Problem sein...

Kann jemand vielleicht auch bezugnehmend auf oberes Zitat etwas zu dem Problem sagen?

Ich weiß; Linux ist eher was für "Bastler", die man in so einem Forum selten finden wird, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt... :?

Danke und Gruß, Christian


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